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Umgang mit Schulschwänzer

Zum Umgang mit "Schulschwänzer"

aus: http://de.news.yahoo.com/030510/3/3fqpq.html

Schulschwänzer soll man nach Meinung von Wissenschaftlern nicht in Watte packen. «Es ist ganz wichtig, zuerst die Ursache der Verweigerung herauszufinden, aber danach sofort wieder auf den Schulbesuch zu drängen», sagte Michael Simons, Kinder- und Jugendpsychologe am Universitätsklinikum Aachen. «Wenn die Schule weiterhin gemieden wird, verstärkt sich nur das Problem.» Simons will zu dem Thema auf dem Berliner Ärztekongress sprechen, der vom 12. bis zum 14. Mai mit rund 3500 Teilnehmern in der Hauptstadt tagt.

Simons unterscheidet zwei Haupttypen von Schulschwänzern. «Es gibt Kinder, die unter einer echten Angststörung leiden, und welche, die einfach keine Lust auf die Schule haben und lieber in Kaufhäusern herumhängen», berichtet der Forscher. Angststörungen kämen häufiger bei Mädchen vor und würden von Eltern meist schnell bemerkt: Das Kind klammert sich an sie und hat Angst vor Trennungen aller Art - und sei es nur die morgendliche Schulzeit. «Diese Ängste gehen oft mit körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen oder Übelkeit einher», erläutert der Wissenschaftler.

Es helfe den Kindern oder Jugendlichen aber langfristig nicht, wenn sie dann zu Hause bleiben dürften, betont Simons. Auch Hausärzten rät er von Krankschreibungen in solchen Fällen ab. «Je mehr der Angst nachgegeben wird, desto größer wird sie.» In Therapien übt Simons mit seinen jungen Patienten, Ängste nicht hinzunehmen. «Es hilft Kindern, sich die Angst als Monster vorzustellen, das sie in Mutproben bekämpfen können», sagt er.

Bei den «Null-Bock»-Schülern, die häufig in sozialen Brennpunkten leben, müsse die Therapie hingegen meist bei den Elternhäusern ansetzen. «Es geht darum, klare Erwartungen an die Kinder zu formulieren, Grenzen zu setzen und auf die Einhaltung zu achten», rät Simons. Belohnung mit Fernsehzeiten oder Strafen mit Stubenarrest seien dabei durchaus sinnvoll.

Allein in Berlin schwänzen nach einer Studie der Senatsschulverwaltung aus dem Jahr 2002 rund 50 000 von 300 000 Schülern regelmäßig den Unterricht.


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