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Träger der Beratungsstellen sind u.a.:
- die Bezirksämter
- Caritas
- Diakonisches Werk
- Evang. Kirche
- das DRK
- Arbeiterwohlfahrt
- Arbeitskreis Neue Erziehung
- Kinderschutz - Zentrum
Bundesjugendhilfestatistik 2002 Kreuzberg

Bundesjugendhilfestatistik 2002 der bezirklichen Erziehungs- und Famiienberatungsstellen in Kreuzberg

Inhalt

Einleitung

Grundlage für die gesetzlich vorgeschriebene Jugendhilfestatistik sind die pro Jahr abgeschlossenen Beratungsfälle. Dabei wird für eine Familie, unabhängig davon wie viele Personen und Geschwister evtl. mitbetroffen sind und an der Beratung/Therapie teilnehmen, jeweils 1 Kind / Jugendlicher gezählt. Die Statistik bezieht sich somit auf das Kind bzw. die Jugendliche, das/die am meisten im Mittelpunkt der Beratung stand. Da die Jugendhilfestatistik bundesweit erhoben wird, ergibt sich in der Regel eine solide, allerdings sehr allgemeine Vergleichsbasis.

Gesamtzahl

Es wurden im Jahr 2002 in den für den Bezirksteil Kreuzberg zuständigen bezirklichen EFB-Stellen (Mehringdamm 112 und Wienerstrasse 57) zusammen insgesamt 656 abgeschlossene Beratungen gezählt. Die Gesamtzahl der fortlaufenden Betreuungen pro Jahr liegt darüber, Die Anzahl der an der EFB betreuten Ratsuchenden ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist eine Steigerung um 13% zu registrieren. (Im Jahr 2000 lag die Steigerung bei 13%, im Jahr 2001 bei 24%).

Beendigungsgrund

Die Zahlen belegen, dass bei den Erziehungsberatungsstellen in Kreuzberg (wie bei allen anderen in Berlin) im Mittelpunkt die eigenständige Durchführung von Hilfe steht und nur ein geringer Anteil der Ratsuchenden an andere Stellen weitervermittelt werden muss.

Beendigungsgrund Anzahl %
Beratung wurde einvernehmlich beendet 586 89.33
letzter Kontakt liegt mehr als 6 M. zurück 24 3.66
Weiterverweisung 46 7.01

Geschlecht

Hinsichtlich des Geschlechts deutet sich eine leichte Tendenz zur Gleichverteilung an: 56% der Klientel sind männlich, entsprechend 44% weiblich (gegenüber 62% zu 38% im Jahr 2001).

Geschlecht Anzahl %
m 367 55.95
w 289 44.05

Altersgruppe

Die Verteilung über die Altersgruppen weist Häufungen bis zum 18. Lebensjahr auf. Bis zu diesem Alter sind 93% der Klientel erfasst. Mit zunehmenden Alter reduziert sich die Zahl der Klienten in der jeweiligen Altersgruppe. Eltern werden hier nicht als Klienten erfasst.

Altersgruppe Anzahl %
unter 3 98 14.94
3 - 5 128 19.51
6 - 8 98 14.94
9 - 11 123 18.75
12 - 14 91 13.87
15 - 17 69 10.52
18 - 20 32 4.88
21 - 23 6 0.91
24 - 27 11 1.68

Junger Mensch lebt ...

Der überwiegende Teil der Klientel lebt bei einem alleinerziehenden Elternteil (48%), gefolgt von der Gruppe der Klienten, die bei den Eltern leben (38%).

Junger Mensch lebt Anzahl %
bei Eltern 247 37.65
bei 1 Elternteil mit Stiefelternteil 44 6.71
bei alleinerziehendem Elternteil 312 47.56
bei Großeltern, Verwandten 6 0.91
in einer Pflegestelle 10 1.52
in einem Heim 7 1.07
in einer Wohngemeinschaft 7 1.07
in eigener Wohnung 21 3.20
ohne feste Unterkunft 1 0.15
an unbekanntem Ort 1 0.15

Staatsangehörigkeit

Etwa ein Viertel aller Klienten ist Staatsangehöriger eines anderen Landes. Zählt man die Herkunft, liegt der Anteil noch etwas höher: 37% der Väter sind nicht-deutscher Herkunft. Damit wird aus unserer Sicht deutlich, dass die EFB offen für Kinder und Eltern aller Nationen ist und auch bei ausländischen Eltern eine grössere Nachfrage nach Erziehungsberatung besteht, wenn auch aus kulturellen und sprachlichen Gründen geringer als ihr Anteil an der Kreuzberger Bevölkerung.

Staatsangehörigkeit Anzahl %
deutsch 473 72.10
nicht-deutsch 159 24.24
unbekannt 24 3.66

Geschwisterzahl

Klienten ohne Geschwister bilden die Hauptgruppe (40%), gefolgt von Klienten mit einem Geschwister (33%), sodann Klienten mit 2 Geschweister (16%); drei und mehr Geschwister sind eher selten (ca 8%).

Geschwisterzahl Anzahl %
kein Geschwister 265 40.40
1 Geschwister 218 33.23
2 Geschwister 102 15.55
3 Geschwister 38 5.79
mehr als 3 Geschwister 14 2.13

Erste Kontaktaufnahme

Wie kommen die Klienten zur EFB? Der deutlich überwiegende Teil der Kontaktaufnahme geschieht durch die Mutter (56 %). Es folgen die Kontakte durch die Eltern (14%), die Kontaktaufnahme durch die Klienten selbst (10%) und durch den Vater (10%). In 7% der Fälle erfolgt die erste Kontaktaufnahme durch die sozialen Dienste. Erfolgt die erste Kontaktaufnahme durch die Eltern/Jugendlichen - auch auf Empfehlung des Sozialpädagogischen Dienstes - werden sie unter den anderen Rubriken mitgezählt.

1. Kontaktaufnahme durch Anzahl %
jungen Menschen selbst 68 10.37
Eltern gemeinsam 95 14.48
Mutter 366 55.79
Vater 72 10.98
soziale Dienste 43 6.55
Sonstige 12 1.83

Beratungsanlass

Am meisten genannt werden in der Reihenfolge der Häufigkeit, Beziehungsprobleme (50%), Entwicklungsauffälligkeiten (29%) und Trennung/Scheidung der Eltern (25%). Es folgen mit 14 % der Nennungen Schul- und Ausbildungsprobleme.

(Da hier bis zu zwei Ankreuzungen möglich sind, ist die Summe der Nennungen grösser als die Anzahl der betreuten Kinder/Jugendliche.)

Beratungsanlass Anzahl %
Entwicklungsauffälligkeiten 189 28.81
Beziehungsprobleme 326 49.70
Schule-/Ausbildungsprobleme 80 12.20
Straftat d. Jugendl./jungen Volljährigen 4 0.61
Suchtprobleme 9 1.37
Anzeichen für Kindesmißhandlung 13 1.98
Anzeichen für sexuellen Mißbrauch 36 5.49
Trennung/Scheidung der Eltern 164 25.00
Wohnungsprobleme 3 0.46
sonstige Probleme in u. mit der Familie 128 19.51

Die Beratung setzt an bei ...

In der Mehrzahl der Nennungen wurde angekreuzt, dass die Beratung/Therapie bei den Eltern ansetzt (80%) und in ca. 20% bei den Kindern/Jugendlichen.

(Da hier bis zu zwei Ankreuzungen möglich sind, ist die Summe der Nennungen grösser als die Anzahl der betreuten Kinder/Jugendliche.)

Beratung setzt an bei dem jungen Menschen Anzahl %
allein 132 20.12
in der Gruppe 0 0.00
Beratung setzt an bei den Eltern
allein 524 79.88
in der Gruppe 7 1.07
Beratung setzt an in der Familie
in der Familie 106 16.16
Beratung setzt an im sozialen Umfeld
im sozialen Umfeld 33 5.03

Berufstätigkeit der Eltern

Aus der Fachstatistik 2002 sind noch Informationen über den sozialen Status der Klienten erhältlich.
Nimmt man zunächst die Berufstätigkeit der Mutter, so ergibt sich folgendes Bild:
46% der Mütter sind in irgendeiner Form voll- oder teilzeitberufstätig oder befinden sich in der Ausbildung.
40% der Mütter sind nicht berufstätig oder Sozialhilfebezieherin.
Bei 14% fehlen die Angaben.

Beruf der Mutter Anzahl %
nicht berufstätig 194 28.70
arbeitslos 19 2.81
Sozialhilfe 57 8.43
Teilzeitarbeit 109 16.12
Vollzeitarbeit 156 23.08
Wechselschicht 12 1.78
Nachtschicht 1 0.15
Ausbildung 34 5.03
k. Angabe 94 13.91

Bei den Vätern ergibt sich folgendes Bild:
44% sind berufstätig oder befinden sich in der Ausbildung
23% gehen keiner Berufstätigkeit nach (arbeitslos, Sozialhilfeempfänger).
Von 33% fehlen die Angaben, was sich mit dem hohen Anteil alleinerziehender Mütter erklären läßt.

Beruf des Vaters Anzahl %
nicht berufstätig 90 13.31
arbeitslos 35 5.18
Sozialhilfe 29 4.29
Teilzeitarbeit 45 6.66
Vollzeitarbeit 204 30.18
Wechselschicht 24 3.55
Nachtschicht 0 0.00
Ausbildung 22 3.25
k. Angabe 227 33.58


Anzahl der Beratungstermine

Bei Betrachtung der Anzahl der Beratungstermine ergibt sich folgendes Bild:
78% der Fälle konnten mit 1 - 5 Beratungsterminen abgeschlossen werden.
19% benötigten 6 -20 Beratungstermine.
Die übrigen Fälle machten mehr als 20 (bis zu 50) Termine notwendig.

Terminanzahl Anzahl %
1 - 5 527 77.96
6 - 20 128 18.93
21 - 30 10 1.48
31 - 40 7 1.04
41 - 50 3 0.44
mehr als 50 0 0.00


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