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"Trotz und Ärger"
"Wut, das missverstandene Gefühl"
Trotz- und Wutanfälle treten zum erstenmal im 2. Lebensjahr eines
Kindes auf. Sie haben ihren Höhepunkt im Alter zwischen zwei und drei
Jahren und klingen im Alter von vier Jahren wieder ab. Sie finden statt, wenn
das Kind ein Selbstgefühl entwickelt hat. Wenn es alt genug ist ein
Gefühl für "ich" und "ich will / ich will nicht"
zu haben, aber noch zu jung ist, um zu wissen, wie man bekommt was man
will. Die meisten Kinder bekommen nur an einem bestimmten Ort
Wutanfälle (z.B. im Kindergarten oder zu Hause, nicht aber an beiden
Orten) und zusammen mit einer bestimmten Person (bei der Mutter, aber
nicht beim Vater oder umgekehrt). Wutanfälle sind so häufig eine
öffentliche Veranstaltung, weil das Kind die Erfahrung gemacht hat, dass
es sich dort am ehesten durchsetzt. Vielen Eltern ist ein derartiger Aufstand
nämlich peinlich, sodass sie geneigt sind - zwar zähneknirschend -
dem Kind das zu geben, was sie vorher nicht geben wollten.
Gelassenheit lernen hilft, Gefühlen von Wut und Ärger
vorzubeugen
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Der innere Dialog - mit sich selbst argumentieren
Sie freuen sich auf einen Ausflug mit der Bahn. Doch Ihr Kind trödelt
und sie verpassen den Zug. Wie reagieren Sie? Sie ärgern sich über
die verpasste Tour bis zur Weissglut, schimpfen mit Ihrem Kind, der Tag scheint
gelaufen zu sein - ohne den Zug zurückholen zu können.
Ändern Sie stattdessen sich und Ihr Bewusstsein:
Versuchen Sie über den Dingen zu stehen, d.h. besinnen Sie sich auf Ihre
Rolle als erwachsene Mutter oder Vater. Hilfreich hierbei ist es zu wissen,
dass es sich um eine schwierige Zeit für Eltern und Kind handelt,
"aber auch diese Klippe werden wir umschiffen". Natürlich
dürfen sie Ihrem Kind Grenzen setzen, aber nur wenn sie dem Alter des
Kindes entsprechen und die damit unmittelbar verbundenen Konsequenzen von Ihnen
auch durchführbar sind. Nur zu erklären, dass Sie enttäuscht und
mit seinem Verhalten nicht einverstanden sind, reicht oftmals nicht aus und
verursacht nur unnötige Schuldgefühle - auf beiden Seiten.
Und nun?
Stellen Sie sich vor, wie interessant eine Erkundung der nahen Umgebung sein
kann. Vielleicht ein Spielplatz-Besuch ... ? Dabei lassen Sie vor ihrem
inneren Auge die negativen Alternativen vorbeiziehen: der Stress in den
Zugabteilen, ein ständig nörgelndes Kind ... . Hierbei können
Sie sich entspannen und ihren Ärger besänftigen.
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Gedanken-Stop und Ablenkung - aus der Ärger-Situation
aussteigen
Sie ärgern sich darüber, dass Ihr Kind beim Einkaufen
trödelt. Die unterschiedlichsten Gedanken tauchen auf. Von: "Der muss
aber auch alles anfassen" bis zu: "Das macht er, um mir eins
auszuwischen". Bevor sie weiter in die Ärgerspirale geraten, sagen
Sie STOP und versuchen sie sich und / oder das Kind abzulenken. Indem
Sie Ihre Sinne auf etwas anderes konzentrieren, entschärfen sie die
Ärger-Situation.
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Einfühlung - Was will mein Kind damit sagen ?
Ärger verflüchtigt sich auch, wenn Sie sich in Ihr Kind
hineinversetzen, das Sie gerade aus dem Häuschen bringt. Sobald es
Ihnen gelingt, sein Verhalten nachzuvollziehen, fallen Ihnen auch
Handlungsalternativen und bessere Lösungswege ein - oder sie beide
finden einen Kompromiss und / oder Ihr Kind darf auch mal seinen
Willen durchsetzen.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht - und zwar über sich selber ... .
Eigentlich wäre dies wieder so eine Gelegenheit, um aus der Haut zu
fahren, oder ... , das hilft manchmal auch dem anderen und entschärft den
Konflikt.
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Entspannung
Bei Spannungszuständen - nichts anderes ist die Ärger-Situation -
ist Entspannung angesagt! Können Sie die Situation nicht kurzfristig
verlassen, setzen Sie sich hin oder bleiben einfach stehen und schliessen Sie
die Fäuste. Atmen sie tief ein. Atem anhalten, dann ausblasen und die
Fäuste öffnen. Sagen Sie sich gleichzeitig: "Ruhig, ganz
ruhig." Oft bewirkt dies Wunder, zumindest immer öfter.
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Hilfestellungen
Wenn Sie jedoch den Eindruck haben, bei Ihnen zu Hause läuft
inzwischen vieles schief. Oder die Beziehung zu Ihrem Kind droht zu
einem Machtkampf zu verhärten. Und Sie Ihr Kind überhaupt nicht mehr
leiden mögen, weil Sie sich seinen Trotzanfällen hilflos ausgeliefert
fühlen und keinerlei Orientierung gebende Grenzen und Erziehungsziele
eingehalten werden, können Sie sich auch an eine unserer Erziehungs-
und Familienberatungsstellen wenden.
Neue Sichtweisen und das Erkennen von Zusammenhängen hilft!
Erziehungs- und Familienberatung BA Friedrichshain-Kreuzberg
Mail: efb@ba-fk.verwalt-berlin.de
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