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"Liebe, Zoff und Zufriedenheit"
oder
Streiten in der Partnerschaft - einmal anders
Zu den kritischen Momenten, die über den Verlauf eines ganzen Abends
entscheiden - und im Laufe der Zeit sogar die Zufriedenheit mit der
gesamten Partnerschaft in Frage stellen können, gehören Szenen wie
diese:
Er kommt schlecht gelaunt von der Arbeit, beim Einparken dann noch ein
Kratzer am Auto. Gereizt begrüsst er sie: "Ist das Essen schon
fertig?"
Sie darauf enttäuscht: "Immer wenn du heimkommst, bist
du so gereizt. Geh ich dir eigentlich so auf die Nerven?"
Er: "Jetzt fängst du auch noch an, bist du
empfindlich!"
Beide sind verärgert, beim Abendessen wird bestenfalls geschwiegen
oder ein Vorwurf folgt dem anderen - Fazit: der Abend ist wieder mal
gelaufen.
Kennen Sie das? - Wie streiten Sie?
Auch in guten Partnerschaften gibt es mal Krach. Dass Konflikte
auftreten, wenn zwei Menschen zusammenleben ist ganz normal. Ebenso
wie der tägliche Alltagsstress, auch den kann man nicht aus der Welt
schaffen - unmöglich!
Möglich ist aber die Entwicklung eines gekonnten Umgangs mit
diesem Alltagsstress und den sich dadurch aufschaukelnden Konflikten.
Wer lernen will, Probleme in der Partnerschaft so auszutragen, dass
für beide Seiten eine akzeptable Lösung gefunden werden kann und
eventuell das gegenseitige Verständnis und sogar die Zufriedenheit mit
dem Partner wächst, muss sich richtig streiten können und darf das
auch!
Schliesslich führt so mancher Streit zu einer lang vermissten Nähe. Der Partner und der eigentliche Anlass für den Streit ist längst vergessen.
Paare, die es immer wieder schaffen, Alltagsstress und Konflikte in der Partnerschaft durch die "Kunst des Streitens" zu bewältigen, beherzigen einige "goldene Regeln".
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Probleme und Konflikte lieber sofort ansprechen:
Heimlich die Fehler des Anderen aufrechnen oder um des lieben Friedens willen schweigen, führt nur dazu, dass die Wut aufgestaut wird und es später zum grossen Knall kommt. Folge: Uralt-Vorwürfe, die keinen weiterbringen. Darum Ärger gleich aussprechen.
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Beim Thema bleiben:
Den Anlass des Streits nicht aus den Augen verlieren. Für ihn wird
eine Lösung gesucht. Also: nicht ablenken, keine
"Nebenkriegsschauplätze" eröffnen, nicht vom Hundertsten ins
Tausendste kommen und so weiter ... .
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"Immer" ist verboten:
Beziehungskiller wie "Immer willst du recht behalten" oder
"Nie tust du was für mich" führen nur zu einer weiteren
Eskalation. Statt Pauschalurteile lieber im Detail sagen, was einen im
Moment stört. Vielleicht geht dem Anderen dann eher "ein Licht
auf" und beide nutzen diese Chance.
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Gefühle benennen statt Vorwürfe machen:
Gibt man eigene Gefühle zu, fühlt sich der Andere nicht
angegriffen. "Ich habe mir Sorgen gemacht, weil du ...", ist besser
als "Nie rufst Du rechtzeitig an!" Von sich selbst sprechen
(Ich-Botschaften) ist besser als den Anderen anzuklagen.
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Klar eigene Wünsche formulieren:
Positive Formulierungen drücken besser aus, was man sich vom Partner
wünscht. Statt "Du sollst mich nicht bevormunden" lieber
"Ich will das selbst entscheiden".
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Den anderen nicht verletzen:
Will sagen: den Partner nicht abwerten, nicht lächerlich machen -
"Weisst du, was du bist.........?!!!" usw.. Solche Schläge
"unter die Gürtellinie" provozieren den Anderen unnötig. In
Momenten grösster Wut verletzen wir Menschen, die wir lieben. Darum nie
vergessen: es ist nicht der Partner als Ganzes, der uns ärgert,
sondern nur ein einzelner Aspekt.
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"STOP - Jetzt nicht" sagen ist erlaubt:
Man darf den Streit verschieben, z.B. wenn man / beide so wütend
sind, dass eine Klärung im Moment immer aussichtsloser
wird. Bedingung: festen Termin absprechen, um die Sache gemeinsam zu
klären.
Zurück zu unserer Beispiel-Szene.
Hier also die andere Möglichkeit:
Sie: "Hallo (puuh) ... Du ... ich könnte an die Decke
springen. Erst das Affentheater auf der Arbeit ... dann noch der Ärger in der
U-Bahn . . . und in der Kita gab's auch wieder Probleme . . . ich bin heute
total geschafft ... ."
Er (natürlich leicht enttäuscht): " Mmmh, echt
ärgerlich. Ich hab' mich sehr auf dich und den gemeinsamen Abend gefreut
und dann wieder dieser ... (lacht verschmitzt) ... oha, das wäre jetzt
wieder die Gelegenheit, um aus der Haut zu fahren ... ." Sie:
"Ich weiss ..., wenn wir beide gereizt sind ... . Ich muss mich erst
einmal beruhigen ..., nimm's mir nicht übel."
Er: "In Ordnung. Am besten reden wir nach dem Abendessen noch
mal in aller Ruhe darüber."
Sie zieht sich müde lächelnd zurück. Nach der vereinbarten
Pause wird der Abend dann doch noch angenehm und an die Möglichkeit, sich
beim Abholen der Kinder abzuwechseln, hatten beide sowieso schon gedacht,
bisher aber darüber nicht miteinander geredet. Doch was nützen diese
gutgemeinten Tipp's, wenn Sie beide schon des öfteren richtig wütend
waren und gemeinsame Lösungen fehlen?
Anregungen und Hilfestellungen dazu bieten die Erziehungs- und
Familienberatungsstellen in Form von Einzel- und Paarberatungen bis
hin zu speziellen Workshop- Angeboten "zum Umgang mit Stress in der
Partnerschaft". Neue Sichtweisen und das Erkennen von
Zusammenhängen hilft, die Zufriedenheit in der Partnerschaft zu
erhalten - auch durch "faires Streiten".
Erziehungs- und Familienberatung BA Friedrichshain-Kreuzberg
Mail: efb@ba-fk.verwalt-berlin.de
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