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Alleinerziehend ?
Neben allen Problemen von aussen machen sich gerade alleinstehende Eltern das
Leben oft noch zusätzlich schwer.
Gemeint sind die "inneren Fallen" - verinnerlichte,
selbstschädigende Denkmuster - die sich Alleinerziehende selbst stellen:
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"Ich bin jetzt für alles allein verantwortlich."
Das stimmt leider in den meisten Fällen. Aber das heisst nicht, dass Sie
sich allein die Schuld geben müssen, wenn etwas schief läuft. Oft
lassen Ihnen die Verhältnisse gar keine Wahl. Sie können doch nichts
dafür, wenn Ihr Kind zum Beispiel zwei Stunden früher als im
Stundenplan vorgesehen von der Schule nach Hause geschickt wird, sich
alleingelassen fühlt und dann aus Langeweile vor der Glotze hockt. Als ob
Sie's bei jeder überraschend ausgefallenen Schulstunde wirklich riskieren
könnten, bei der Arbeit alles stehen- und liegenzulassen und nach Hause zu
eilen.
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"Ich muss jetzt alles allein schaffen."
Haushalt, Kinder und womöglich noch der Beruf - wenn alles nur auf den
eigenen Schultern lastet, kommt manches zu kurz. Das ist normal. Versuchen Sie
nicht, in allem perfekt zu sein. Dann bleibt eben das Wohnzimmer
unaufgeräumt! Auch in Familien mit zwei Elternteilen läuft
längst nicht alles hundertprozentig.
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"Ich darf jetzt nicht versagen."
Das Kind / die Kinder laufen aus dem Ruder, sind aggressiv und / oder haben
Probleme in der Schule? Machen Sie sich keine Vorwürfe, sondern holen Sie
sich Rat bei Freunden oder Erziehungsberatern. Denken Sie daran: Sie als Mutter
/ oder Vater können nicht alles zum Wohlergehen Ihres Kindes
beitragen. Auch die Abwesenheit des jeweils anderen Elternteils hat mit der
Entwicklung Ihres Kindes zu tun, im Positiven wie im Negativen.
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"Für meine Bedürfnisse bleibt jetzt keine Zeit mehr."
Unternehmen Sie alle nur denkbaren Anstrengungen, um ein Netzwerk aus Freunden,
Nachbarn und Verwandten aufzubauen, die Sie bei der Kinderbetreuung
entlasten. Denn je mehr Sie entlastet sind, um so besser geht es Ihnen und
damit auch Ihrem Kind, weil sie nicht nur auf einander fixiert
sind. Alleinerziehende, die sich selbst nichts gönnen, werden freudlos.
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"Ich darf jetzt nicht krank werden, sonst bricht alles
zusammen."
Zugegeben, wenn Sie mal "ausfallen", geht es erst mal drunter und
drüber, vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. Wer soll für sie
kochen, wer bringt sie in den Kindergarten und holt sie wieder ab? Das ist erst
mal ein Problem. Aber es regelt sich alles. Vielleicht sind sie gezwungen,
fremde Hilfe anzunehmen, vielleicht von Leuten, die sie vorher damit nie
belästigen wollten, die aber vielleicht Gefallen daran finden, etwas
für Sie tun zu können.
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"Ohne den Vater / die Mutter werden wir nie eine glückliche
Familie sein."
Warum nicht? Manchmal sind Alleinerziehende nicht nur "Verlierer",
sondern auch "Gewinner". Denn mit einem Partner zusammenzuleben, der
sich jeder Verantwortung entzieht oder sich mit Vorliebe hinter dem Beruf
verschanzt, ist auch keine Freude und kostet viel Energie.
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"Mein Kind hat doch nur mich."
Wenn Sie diesen Satz verinnerlicht haben, ziehen sie wirklich alle Lasten auf
sich und laufen Gefahr, sich mit Ihrem Kind einzuigeln. Dabei ist für Ihr
Kind nichts förderlicher als der Kontakt zu anderen
Menschen. Unterschiedliche Menschen mit verschiedenartigen
Persönlichkeiten sind für die Entwicklung Ihres Kindes von grosser
Bedeutung - nicht als "Vaterersatz / Mutterersatz" sondern auch mal
als "guter" Verbündeter gegen Sie.
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Hilfestellungen und weitere Informationen
Um dem neuen Lebensabschnitt erfolgreich zu begegnen, bieten Erziehungs- und
Familienberatungsstellen in Form von Einzel- und Gruppenangeboten folgendes an:
- Beratung für Alleinerziehende (bei Entwicklungskrisen, Fragen nach der
Ausgestaltung der persönlichen und beruflichen Perspektive, neuer
Partnerwunsch, usw.),
- Beratung für ihre Kinder sowie
- bei Bedarf auch nachträgliche Trennungs- und Scheidungsberatung
für beide Elternteile
Erziehungs- und Familienberatung BA Friedrichshain-Kreuzberg
Mail: efb@ba-fk.verwalt-berlin.de
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